Samstag, 15. Juli 2017

Interview

Ihr Lieben,

ich hatte es Euch schon angekündigt. Ein Interview mit Tamara von mairdumont. 
Ich hoffe, Ihr findet es genau so interessant, wie ich es fand. 


 Liebe Tamara, Sie arbeiten für Mairdumont. Können Sie uns etwas über die Gründungsgeschichte des Verlages erzählen?

Der Gründer Kurt Mair bereiste ganz Europa, Afrika und Asien, vom Nordkap bis zur Sahara. Er dokumentierte, beschrieb und kartierte alles. 1948 gründete er daraufhin das Kartographische Institut Kurt Mair (später Mairs Geographischer Verlag und seit 2005 MAIRDUMONT).
Der erste „Shell Autoatlas Deutschland“ entwickelte sich ab 1950 zum wichtigsten Begleiter deutscher Autofahrer und wurde weitgehend zum Vorbild ganzer Atlasgenerationen.
Sein Sohn Volkmar Mair übernahm nach dem plötzlichen Tod des Vaters 1957 den Verlag und baute ihn aus, er gründete die Marco Polo Reiseführer (von denen wir inzwischen über 100 Millionen Stück verkauft haben). Seit 2010 führt seine Tochter Stephanie Mair-Huydts das Unternehmen. Sein Sohn Frank Mair hat, jenseits des Verlagsgeschäftes, den Bereich Media & Digital übernommen.

 Mairdumont hat einige Unterverlage. Baedeker, Marco Polo, Falk, Lonely
Planet, ADAC Kartografie, Stefan Loose...
Wie können wir Leser uns das vorstellen: Werden diese Unterverlage extra gegründet, um eine bestimmte Marke zu verkaufen oder sind das kleinere Verlage gewesen, die aufgekauft wurde

Der Marco Polo ist hier entstanden, die anderen Verlage wurden aufgekauft bzw. wir haben uns beteiligt. Die erste Beteiligung gab es 1967 an Kompass, 1979 begann die Zusammenarbeit mit der Allianz und der erste Baedeker ist im Hause Mairdumont erschienen. 1998 wurde die FALK Verlagsgruppe von Bertelsmann abgekauft, 2004 der DuMont Reiseverlag. Seit 2006 erscheinen die deutschen Lonely Planet Reiseführer bei uns und 2007 übernahmen wir das ADAC Kartografieprogramm. Stefan Loose gehört zum DuMont Reiseverlag, ist aber als Reihe eigenständig.

Welche Vorteile haben solche Unterverlage? Das manche Menschen von ihren Eltern oder Großeltern z.B. den Namen Marco Polo so positiv verinnerlicht haben, dass es für sie nicht das gleiche wäre, wenn da
Mairdumont drauf stehen würde?
 
Genau, jede Sparte ist auf eine bestimme Zielgruppe ausgerichtet. Die Marco Polos werden für ein ganz anderes Publikum gemacht als zum Beispiel die Baedeker. Daher ist es wichtig, dass die einzelnen Marken im Vordergrund stehen und Maidumont als Medienhaus und Unternehmen im Hintergrund.

Welches Buch von Mairdumont mögen Sie besonders?

Ich persönlich nehme für Städtetrips sehr gerne einen Marco Polo mit.
Außerhalb der Reiseführer bin ich tatsächlich (und nicht nur, weil es zur Verlosung passt ;)) ein Fan der Lifehacks.
Zur Inspiration liebe ich die Lonely Planet Bildbände, wie „Ultimative Reiseziele“ oder das im Herbst diesen Jahres erscheinende „Wann am besten wohin?“.

    Welchen Urlaub haben Sie als besonders schön in Erinnerung?

Ich habe nur gute Erinnerungen an meine Urlaube! Besonders schön aber war natürlich der letzte Urlaub vor ein paar Wochen auf Mallorca. Unterkunft, Mietwagen, Restaurants, Strände… diesmal hat alles super gepasst, sogar das Wetter. Damit hatte ich auf Mallorca bis jetzt immer ein bisschen Pech, deshalb war es dieses Mal besonders schön.

Wenn Zeit und Geld keine Rolle spielen würde: Wohin würden Sie fahren?

Meine Wunschliste ist so lang, da fällt mir einiges ein. Aber am ehesten würde ich mich wohl direkt in einen Flieger nach New York setzen. Das ist schon so lange ein Traum von mir, denn ich mir aber auch spätestens nächstes Jahr erfüllen werde.
Ansonsten möchte ich unbedingt Island und Bali erkunden.

Vielen herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben! 
Ich fand die Gründungsgeschichte ja wirklich spannend.  
Island wurde bisher ja wirklich am meisten genannt. Das hätte ich gar nicht gedacht, weil es die meisten Leute ja immer in den Süden zieht. 
Danke! <3

Liebe Grüße
Lilly

Kommentare:

  1. Hallo Lilly,
    das ist wirklich ein wundervolles Interview, was du da ins Leben gerufen hast. Ich habe per Email auch schon einen Austausch mit Tamara gehabt und es war gerade sehr interessanz etwas mehr über den Verlag und die Person dahinter zu erfahren. Auch bei mir ist es so,dass ich trotz sehr guter Erfahrung mit anderen Reiseführern doch oft wieder zum klassischen Marco Polo greife.
    Ich weiß gar nicht, woran es genau liegt.

    Tamaras Wunschreiseziele hören sich so gut an. Besonders Island stelle ich mir landschaftlich traumhaft schön vor :o)

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

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    1. Hallo Tanja,

      ich fand es auch total spannend.

      Ich vermute ja fast, dass es früher (wenn überhaupt) kaum andere Reiseführer gab und wir damit einfach aufgewachsen sind. Wenn es keine Navis gäbe,würden wir wohl alle immer noch mit dem ADAC Atlas rumgurken. (War damals eigentlich ganz witzig.
      "Stopp! Du hättest da runter gemusst!"
      "Ja warum hast Du mir das denn nicht gesagt?!"
      "Wenn Du mich so ablenkst!" ;)

      Danke für Dein Kommi. ♥
      Liebste Grüße
      Lilly

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  2. Hallo Lilly,

    ich schaue immer wieder mal bei dir rein aber so richtig gestöbert hatte ich bisher noch nicht! Das Interview hier gefällt mir sehr gut. Man liest seltener welche mit Verlagen als mit Autoren. Auf diese Idee bin ich noch nicht gekommen. Bei mir gibt es monatlich ein Autoreninterview.

    Marco Polo ist, glaube ich, jedem ein Begriff. Das sind ganz tolle Karten und Reiseführer, zu denen ich auch immer wieder greife. Die Gründungsgeschichte finde ich auch toll. Meistens weiß man nicht, wer ursprünglich hinter einem langjährigen Verlag gesteckt hat.

    GlG vom monerl

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    1. Hallo monerl,

      das freut mich! Dass Du immer mal wieder vorbei geschaut hast und dass Du ausgerechnet das Interview kommentiert hast. Ich habe mich schon etwas gewundert, dass außer Tanja bisher niemand was dazu geschrieben hat. Ich persönlich fand es nämlich auch interessant.

      Gut, dass Du das mit den Autoreninterview sagst. Da werd ich drauf achten.

      Liebe Grüße und vielen Dank
      Lilly

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    2. Ja, es ist immer so schwer einzuschätzen, was ankommt und was nicht, wenn nicht kommentiert wird. Finde ich auch total schade. Es gibt viele Leute, denen ist so ein Interview zu lang zum Lesen, obwohl dieses hier, ganz übersichtlich ist. Jedenfalls stelle ich fest, dass je aktiver ich werde, sich auch mehr auf meinem Blog tut. Insofern müssen wir uns auch immer an unsere eigene Nase fassen. ;-)

      Freue mich auf dein nächstes Gespräch, mit wem auch immer!

      GlG vom monerl

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    3. Hallo monerl,

      da hast Du recht, dass manchen ein Interview zu lange ist. Ich glaube, manchen ist sogar eine Rezi zu lange.

      Das stimmt auf jeden Fall. Wenn man viel kommentiert, kommt auch viel zurück.

      Liebe Grüße
      und Danke
      Lilly

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Ich freue mich total, wenn Ihr mir ein Kommi da lasst und mir sagt, was Ihr über den Beitrag denkt. ♥ Ich antworte entweder hier oder bei Euch.
Liebste Grüße
Lilly