Montag, 19. Juni 2017

Nicht glücklich, aber weniger traurig


Rezension

Autor: Lee Crutchley
Verlag: Kösel
Seiten: 160

Inhalt:
Ein Buch für depressive Denkstörungen, mit vielen Übungen, die einem helfen sollen, sich mich sich selbst auseinander zu setzen. 
Es fängt mit einer Bestandsaufnahme an, wie man sich fühlt, welche Dinge man sehr mag, wohin man will, was einem wichtig ist. Diese Bestandsaufnahme wird in der Mitte und am Ende des Buches nochmal abgefragt.
Weiter geht es mit Fragen und Übungen, sich mit seinen Problemen, Wünschen und Zielen auseinander zu setzen. 

Dazwischen gibt es immer mal wieder einen kurzen Text, in dem erklärt wird, warum wir Menschen zB schneller negative Informationen verarbeitet werden, mit Tipps zur Selbstberuhigung und Ermutigungen.

Meine Meinung: 
Es ärgert mich mal wieder sehr, dass im Klappentext nicht steht, um was es in dem Buch genau geht - nämlich um Depressionen. Das der Autor an Depressionen leidet und darüber schreibt, wird erst im Laufe des Buches deutlich. Ich frag mich immer, was der Grund ist, so etwas im Klappentext zu verschweigen? Wurde das Buch nicht gelesen? Mich macht das echt fuchsig, weil ich mich veralbert fühle. Ich will nicht die Katze im Sack kaufen.



Generell ist mir der Autor unsympathisch. Es fängt schon mal damit an, dass so wohl er als auch Oliver Burkeman, von The Guardian, der das Vorwort geschrieben hat, sich von den Glücksbüchern abgrenzen, die das Glück versprechen. Ich weiß ja nicht, wie es in England ist, aber ich habe schon viele Glücksratgeber gelesen und davon hat mir keiner das Glück versprochen, sondern ganz ähnliche Anregungen gegeben, wie der Autor hier selbst.

Es scheint mir fast, der Autor steckt noch in seiner Depression drinnen, manchmal finde ich ihn jedenfalls etwas zu jammerig. "Ihr Gehirn ist dazu da, Sie am Leben zu erhalten. Es ist ihm sch... egal, ob Sie glücklich sind. " Mir ist das zu negativ.

Ansonsten verallgemeinert er gerne.
"Ich bin nur ein Typ, der manchmal traurig wird, und das letzte Jahr war besonders schlimm. Ich gehe nicht ins Detail, aber Sie können sich sicher vorstellen, was für eine Art von Traurigkeit ich meine." - Äh, nein, kann ich nicht. Hier an der Stelle war auch noch nicht klar, dass er Depressionen hat und darüber schreibt.

Auch redet er öfter von "wir".
"Aus einem unerfindlichen Grund glauben wir, wir müssen pausenlos und auf ewig glücklich sein - und wir wären Versager, wenn wir das nicht schaffen." Also ich glaub weder das eine noch das andere.

Mal von dieser komischen Art des Autors abgesehen, finde ich die Anregungen in dem Buch aber ganz gut.


Hier soll man z.B. zehn Dingen aufschreiben, für die man dankbar ist.

Ich könnte mir vorstellen, dass das Buch auch für Leute geeignet ist, die keine Therapieerfahrungen haben und sich zum ersten Mal in ihrem Leben selbstkritisch mit sich auseinander setzen wollen. 


Von mir gibt es 3 Herzen.

Danke an den Kösel-Verlag für das Buch,
an Newton, der das Buch im wahrsten Sinne des Wortes zum Fressen gerne hatte (keine Sorge, das Buch ist wohl auf) und an Stephania, für die Fotos. :) 

Kommentare:

  1. Hallo Lilly,
    ich mag deine wertvollen und gut geschriebenen Rezensionen. Mich persönlich spricht jetzt allerdings weder der Stil des Autors noch die Übungen an.

    Ich habe dich bei meiner Wanderung durch die Welt der Bücherblogs verlinkt.

    Knuddel Newton für mich, ich denke, er liegt da mit Absicht auf dem Buch...

    Gruß
    Daniela

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    1. Liebe Daniela,

      danke fürs Verlinken!!! <3

      Dein letzter Satz ist klasse! *lach*
      Liebe Grüße
      Lilly

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  2. Huhu Lilly,
    ist das deine Katze? Aaaah, die ist ja sowas von niedlich. Die möchte man am liebsten gleich knuddeln. Auch der Name Newton ist absolut nach meinem Geschmack <3

    Zum Buch: Als ich mir so die Bilder angeschaut habe, dachte ich: Das ist aber sehr schön aufgemacht. Kästchen und Bilder motivieren eher die Aufgaben auszufüllen, als wenn es sich um einfache Aufforderungen in Satzform handelt, findest du nicht?

    Ich kann deine Kritikpunkte allerdings schon anhand der Beispiele verstehen. Den Satz "Ihr Gehirn ist dazu da, Sie am Leben zu erhalten. Es ist ihm sch... egal, ob Sie glücklich sind" fand ich nicht motivierend.

    Schade, dass deine Erwartungen hier nicht erfüllt worden konnten.

    Liebe Grüße
    Tanja

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    1. Liebe Tanja,

      leider, leider ist der Kater nicht von mir. Aber ich sehe ihn hoffentlich bald.
      Die haben nämlich Zuwachs bekommen und gerade eine Baby Katze. <3

      Ja, die Aufgaben an sich finde ich wirklich gut. Aber der Autor eben...

      Liebste Grüße
      Lilly

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  3. Danke für Eure Kommis! Bin leider total krank (Bronchitis udn Nebenhöhlen und seit Samstag keine Stimme mehr). Melde mich ausführlich, wenn es mir besser geht. <3

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Ich freue mich total, wenn Ihr mir ein Kommi da lasst und mir sagt, was Ihr über den Beitrag denkt. ♥ Ich antworte entweder hier oder bei Euch.
Liebste Grüße
Lilly