Sonntag, 30. April 2017

Das Zimmer - Rezension

Autor: Jonas Karlsson
Sprecher: Mark Bremer
 Verlag: Rubikon Audioverlag 
Hörzeit: 3.40h 

Inhalt: 
Björn lebt in seiner eigenen Welt. Er ist nicht nur pedantisch und zwanghaft, sondern versteht die Welt nicht, weil sie für ihn ganz anders ist.
Als er in ein Großraumbüro versetzt wird, ist er total glücklich, als er ein leeres Bürozimmer entdeckt, in das er sich zurück ziehen und sich erholen kann.  
Doch das bedeutet bald Ärger. Denn die Kollegen behaupten, dass es dieses Zimmer nicht gibt. 
Ich denke, Björn hat ein Asperger Syndrom mit psychotischen Symtomen.

Meine Meinung:
Obwohl Björn mit seiner pedantischen Natur nicht zu den nettesten Zeitgenossen gehört, fand ich den Anfang ziemlich witzig. Es ist ja eigentlich eine Tragik, dass er von seiner psychischen Disposition so eingeschränkt ist, dass eine normale Kommunikation fast nicht möglich ist. Doch er ist so fest davon überzeugt, dass all die anderen alles falsch machen, dass es einfach total lustig ist. 

"Ich ging zu ihrem Tisch und stellte mich entspannt, das Körpergewicht auf ein Bein verlagert neben sie, damit sie unzweifelhaft begrifft, dass ich einer Konversation nicht abgeneigt wäre. Sie schaute zu mir auf und erkundigte sich, ob sie mir bei etwas behilflich sein könne. "Nein", sagte ich. Sie arbeitete weiter. 
Ich blieb noch einen Moment stehen, betrachtet die missratene Kinderzeichnung des Sonnenuntergangs und überlegte, ob ihr bewusst war, wie frapierend falsch die Darstellung war. Führte ihre emotionale Verbindung vielleicht dazu, dass sie kein Auge dafür hatte? Das Kind oder Enkelkind hatte es jedenfalls verdient, sich seines Fehlers bewusst zu werde, um ihn bei der nächsten Zeichengelegenheit berichtigen zu können. Wenn solche Dinge nicht beachtet wurden, würde das die Note mit Sicherheit negativ beeinflussen. [...]
Ich pustet auf den Kaffee und wartete darauf, dass sie etwas sagen würde. Langsam aber sicher fühlte ich mich unwohl da so herum zu stehen. Jörgen blickte kurz zu mir auf und ich beschloss, ihr noch 10 Sekunden zu geben. Als diese verstrichen waren, ging ich mit der deutlichen Botschaft davon: Ich war hier nicht erwünscht!"

Der Sprecher liest es auch so trocken vor. Genial. 

Die Kollegen merken natürlich bald, dass mit Björn etwas nicht stimmt, vorallem wenn er "in dem Zimmer verschwindet". 
Sie wollen ihn loswerden, was sie bei den Besprechungen klar sagen. In den Besprechungen spiegeln sich alle Positionen wieder, die man auch in der Gesellschaft gegenüber psychisch Kranken finden kann. Die eine Kollegin hat Angst vor Björn, ein andere findet einfach, dass er verrückt sei und deswegen weg muss, bis hin zum Chef, der Björn nicht einfach aufgeben will. 


Der Schluß hat mich sehr berührt.
 Von mir gibt es 4,5 ♥

Kommentare:

  1. Schöne Buchvorstellung
    Das Buch hört sich echt spannend und klasse an :)

    ShellyAbdallahs.Blogspot

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    1. Hallo Shelly,

      ganz lieben Dank!

      Liebe Grüße
      Lilly

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  2. Ich lass mal ganz ganz liebe Grüße da. =D

    http://memoriesofbooksss.blogspot.de/

    MemoriesOFBooks <3 <3 <3

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Lilly