Freitag, 14. April 2017

Nerd-Wissen

Berühmte Menschen und ihre Ängste
(plus Buchtipps)


 Jeder von uns kennt Ängste. Die einen gehen vor Panik jahrelang nicht zum Zahnarzt, andere kriegen beim Gedanken an eine Spinne Herzrasen. Manche haben Prüfungsangst oder können nicht mit dem Aufzug fahren. Im folgendem findet ihr berühmte Autoren und Persönlichkeiten, die unter Panik und Phobien litten und leiden.

Edgar Allan Poe (*1809 †1849) prägte die Genre der Kniminalliteratur, des SF und des Horrors.
Er hatte panische Angst, lebendig begraben zu werden. Diese Angst war zu seinen Zeiten gar nicht so unbegründet, denn im 19. Jahrhundert kam das tatsächlich häufig vor. Er ließ sich deswegen eine Klingel am Grab installieren, um Notfalls läuten zu können. 

Charles Darwin (*1809 †1882) ist Begründer der Evolutionstheorie.
Als er mit 28 Jahren von seinen Reisen nach England zurück kehrte, bekam er plötzlich Panikanfälle. Er hatte große Angst vor Menschenmassen, Festen, Reisen, dem Allein sein. Er lebte von da an zurück gezogen und verließ England nie wieder.

Johann Wolfgang von Goethe (*1749 †1832)
Goethe litt unter starker Höhenangst. Er tat alles dafür, um sie zu überwinden - und das mit Erfolg. Er konfrontierte sich immer wieder und stieg auf besonders hohe Kirchtürme, bis sich seine Angst ganz legte.

Sigmund Freud (*1856 †1939)
Der Begründer der Psychoanalyse litt unter Panikattacken und Agoraphobie ("Platzangst"). 

Ernest Hamingway (*1899 †1961)
Hemingway kämpfte sein leben lang mit Todesängsten. Man vermutet, dass sich dies in seinen Werken wieder spiegelt, in denen er immer wieder sehr mutige Helfen beschrieb. Nach langer Zeit der Isolation, des Alkoholismus und der Depression beging er schließlich Selbstmord.  

Bertold Brecht (*1898 †1956)
Der einflussreiche Dramatiker und Lyriker litt unter der ständigen Angst, an einer Herzattacke zu sterben. 

Edvard Munch (*1863 †1944)
Er zeichnete mit "Der Schrei" seine eigenen Ängste. Er litt auch an Depressionen, Psychosen und Alkoholabhängigkeit.

Noch lebende Personen:
Nicole Kittmann leidet an einer Schmetterlingsphobie. Sie soll sich mal in einen Käfig voller Schmetterlinge eingesperrt haben, allerdings ohne Erfolg.

Rhianna hat panische Angst vor Fischen und musste deswegen mal aus dem Wasser getragen werden, weil sie eine Panikattacke bekam.

Dustin Hoffmann leidet unter Panikstörungen, weswegen er seine Karriere schon mal 3 Jahre unterbrechen musste.

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Buchtipps gegen die Angst und für den Angstgenuß:

Matt Haig erkrankt mit 24 an einer sehr schweren Depression.
Es geschieht auf eine physisch dramatische Art und Weise, die ihn buchstäblich an den Rand des Abgrunds bringt. Dieses Buch beschreibt, wie er allmählich die zerstörerische Krankheit besiegt und langsam ins Leben zurückfindet. Eine bewegende, witzige und mitreißende Hymne an das Leben und an das Menschsein – ebenso unterhaltsam wie berührend. 
Für alle, die selbst an Depressionen und Angststörungen leiden und alle, die Angehörige mit der Erkrankung haben, ein sehr zu empfehlendes Buch. 


Audrey ist Mitglied einer ziemlich durchgeknallten Familie: Ihr Bruder ist ein Computernerd, ihre Mutter eine hysterische Gesundheitsfanatikerin und ihr Vater ein charmanter, ein bisschen schluffiger Teddybär. Doch damit nicht genug – Audrey schleppt noch ein weiteres Päckchen mit sich herum: Nämlich ihre Sonnenbrille, hinter der sie sich wegen einer Angststörung versteckt. Bloß niemandem in die Augen schauen! Als sie eines Tages auf Anraten ihrer Therapeutin beginnt, einen Dokumentarfilm über ihre verrückte Familie zu drehen, gerät ihr immer häufiger der gar nicht so unansehnliche Freund ihres großen Bruders vor die Linse – Linus. Und langsam bahnt sich etwas an, was viel mehr ist, als der Beginn einer wunderbaren Freundschaft ...
Ein absolut wunderbares Buch! 

Herzklopfen, Ängste, Sorgen? Gute-Laune-Schaf Oscar weiß: Das muss nicht so bleiben. Denn der leichteste Weg raus aus dem Tief führt über den Körper. Nichts beeinflusst unsere Psyche so direkt wie unsere körperliche Haltung. Nachdem Oscar mit seinem ersten Buch Kopf hoch den Überraschungserfolg des letzten Jahres hingelegt hat, hat er Spaß gefunden an seiner Rolle als Körpertherapeut mit dem einfachsten Bewegungsprogramm der Welt. Zusammen mit seiner neuen Freundin Emily präsentiert er 12 hochwirksame Übungen, die sich überall und jederzeit umsetzen lassen. Ganz ohne Yogamatte, in Sekundenschnelle und mit Sofortwirkung.
Tolle und hilfreiche Übungen, ohne viel Fachchinesisch.

Verlust- und Trennungsängste überschatten das Leben vieler Betroffener und ihrer engsten Familienangehörigen. Das Selbsthilfebuch klärt über Ursachen auf, gibt praktische Impulse für die Überwindung der Störung und unterstützt Angehörige mit Informationen und Verhaltenstipps. Mütter versinken in Depressionen, wenn ihre erwachsenen Kinder das Elternhaus verlassen. [...]
- Es zeigt, wie stark Verlustängste in der Kindheit verwurzelt sind.
- Es gibt konkrete Unterstützung hinsichtlich einer Verhaltensveränderung.
- Es informiert, wann Psychotherapie notwendig wird.

 Unter German Angst verstehen wir eine Mischung aus Mutlosigkeit und Zögerlichkeit, gepaart mit Zukunftsängsten und einem extremen Sicherheitsbedürfnis. Sie ist eine Altlast des Zweiten Weltkrieges und das Resultat einer nicht aufgearbeiteten Trauer über die Leiden, die der Krieg und seine Folgen verursacht haben. Dabei könnten wir eine Menge tun, um die German Angst zu überwinden. Und das wäre nicht einmal teuer.
(Ich habe es noch nicht gelesen. Aber bisher fand ich die Bücher von Sabine Bode immer sehr gut.)

Es gibt aber nicht nur die Angst, die uns lähmt und uns das Leben schwer macht, es gibt auch die Angstlust. Sie basiert darauf, dass wir uns dem Nervenkitzel aussetzen, ohne in der Realität bedroht zu werden. Es ist einfacher damit umzugehen, wenn wir mit einer Tüte Popcorn im sicheren Kinosaal sitzen oder im gemütlichen Lesesessel. 

Da ich selbst ja der totale Schisser bin, habe ich die liebe Nisnis nach einem Buch gefragt, wo einem der Böbbes auf Grundeis geht. Sie hat mir Euch "Die Stille vor dem Tod" empfohlen.
An einem kalten Oktobertag werden Smoky Barrett und ihr Team nach Denver, Colorado, gerufen. Im Haus der Familie Wilton ist Schreckliches geschehen: Die gesamte fünfköpfige Familie wurde ermordet, und der Täter hat durch eine mit Blut geschriebene Botschaft Smoky mit der Lösung des Falles beauftragt. Doch das Unheil ist weit größer, denn die Wiltons sind nicht die einzigen Opfer. Insgesamt drei Familien wurden in der gleichen Nacht und in unmittelbarer Nähe voneinander getötet. "Komm und lerne", lautet die Botschaft an Smoky. Es wird ein grausamer Lernprozess, das Böse in seiner reinsten Form, in seiner tiefsten Abgründigkeit zu spüren. Smoky gelangt an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Und weit darüber hinaus.
Nisnis Rezension zu diesem Böbbes-auf-Grundeis-Thriller findet Ihr hier.  


Kommentare:

  1. Interessanter Beitrag, vielen Dank. Charles Darwin litt ja unter einem besonderen Dilemma: Angst vor Menschenmassen und vor dem Alleinsein. Oh je.

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    1. Danke, liebe Anne! Ja, das dachte ich auch. Überrascht war ich auch von der Schmetterlingsphobie. Etwas, was für die meisten Menschen ja wunderschön ist.

      Liebe Grüße
      Lilly

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  2. Liebe Lilly,

    da hast du uns Lesern ja erneut Interessantes präsentiert. Ich mag es total gern bei dir zu stöbern, denn alles hat bei dir Hand und Fuß.

    Sei lieb gegrüßt,

    Nisnis

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    1. Liebe Nisnis,

      was für ein wundervolles Kompliment!!! Vielen, vielen Dank dafür. Das freut mich sehr.
      Liebe Grüße
      Lilly

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    2. Ja, liebe Lilly. Du hast so außergewöhnliche Ideen, die unglaublich viel Lesespaß machen.

      Liebe Grüße

      Nisnis

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  3. wow, das kling total interessant. Spannend die Ängste der Berühmtheitenzu erfahren, und das Buch von Sabine Bode ist bestimmt toll, da stimme ich dir zu.
    Liebe Grüße und schöne Ostertage
    susa

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    1. Liebe Susa,

      das freut mich sehr!!

      Danke. Das wünsche ich Dir auch!
      Lilly

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  4. Liebe Lilly,

    wieder ein wunderbarer Beitrag von dir!

    Dass Nicole Kidman an einer Schmetterlingsphobie leidet, habe ich sogar schon mal gelesen. Ziemlich kurios!

    Auch die Buchtipps sind sehr gut zusammengestellt. "Schau mir in die Augen, Audrey" möchte ich irgendwann noch lesen. :)

    Ich wünsche dir einen wundervollen Abend!

    Liebe Grüße
    Tessa

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    1. Liebe Tessa,

      es freut mich, dass Di mein Artikel gefällt.

      Ja, das jemand Angst vor Schmetterlingen hat, kann man sich erst gar nicht vorstellen. Aber ich glaube, ich habe mal gelesen, dass man wirklich vor allem eine Phobie entwickeln kann.

      Schöne Feiertage! Und liebe Grüße
      Lilly

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  5. Huhu!

    Ein superinteressanter Beitrag! Den habe ich natürlich für die Kreuzfahrt verlinkt. ;-)


    LG,
    Mikka

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    1. Liebe Mikka,

      das freut mich wirklich riesig! ♥
      Danke!
      Liebste Grüße
      Lilly

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Ich freue mich total, wenn Ihr mir ein Kommi da lasst und mir sagt, was Ihr über den Beitrag denkt. ♥ Ich antworte entweder hier oder bei Euch.
Liebste Grüße
Lilly