Sonntag, 29. Januar 2017

Hardy Krüger - Was das Leben sich erlaubt:- Mein Deutschland und ich

Rezension
Autor: Hardy Krüger
Mit historischen Ergänzungen von Peter Käfferlein und Olaf Köhne
Verlag: Hoffmann und Campe
Seiten: 224

Autor:
Hardy Krüger wurde 1928 in Berlin geboren, ist internationaler Schauspieler, Schriftsteller, Weltenbummler. Er lebte fast 20 Jahre im afrikanischen Busch. Jetzt hat er seinen Wohnsitz in Los Angeles, besucht mit seinen 88 Jahren aber immer noch Schulen in Deutschland, um seine Geschichte zu erzählen und vor den Nazis zu warnen.


Inhalt:
Hardy Krüger verbrachte seine Kindheit und Jugend im Nationalsozialismus. Sein Vater war ein Anhänger der Nazis und steckte seinen Sohn schon als Kleinkind in die die Uniform des Deutschen Jungvolkes, in das man erst mit 10 Jahren eingezogen wurde. Mit 12 musste er an einem Auswahlverfahren teilnehmen und kam daraufhin in die Adolf-Hitler-Schule. Dort wurden "Hitlers Söhne" zum NS-Führungspersonal ausgebildet.
An dem Tag, als er in der Schule aufgenommen wurde, machen sich die ersten leisen Zweifel in Hardy bemerkbar. Doch damit war er ganz alleine. Er konnte sich niemandem mitteilen.
Mit 15 bekommt er seine erste Filmrolle in dem Propagandafilm "Junge Adler". Dort lernt er den Ufa-Star Hans Söhnker kennen, der zu einer Vaterfigur für den jungen Hardy wird. Vorsichtig konfrontiert Söhnker ihn nach und nach mit dem, was Hitler tatsächlich tut.
Doch nach den Filmaufnahmen muss Hardy erstmal wieder zurück zur Adolf-Hitler-Schule und keiner darf bemerken, welche Veränderung inzwischen in Hardy vorgegangen ist.
Kurz vor Kriegsende muss der 16jährige als Kanonenfutter an die Front. Wegen Befehlsverweigerung wird er zum Tode verurteilt und entgeht dem nur knapp. Nach Kriegsende gerät er in amerikanische Gefangenschaft.

Wie diese traumatisierenden Ereignisse ihn geprägt haben, wo er immer wieder neue Hoffnung fand und was für Träume er hatte und wie es ihm nach dem Krieg erging, davon erzählt er in diesem Buch.
Zwischen seinen Erzählungen schreiben die beiden Journalisten Käfferlein und Köhne in kurzen Abschnitten sachliche Ergänzungen, zu den historischen Ereignissen.

Meine Meinung:
Eine beeindruckendes Zeitzeugnis, mit ein paar Holpersteinen.
Inhaltlich finde ich das Buch hervorragend. Und so viel Bücher ich inzwischen schon über den Krieg gelesen habe, es hört scheinbar nie auf, dass ich neue Perversitäten von den kranken Nazihirnen erfahre. Hier hat mich besonders das Auswahlverfahren der Kinder für die Schule schockiert, welche "Mutproben" sie machen mussten.
Was mich ein bisschen genervt hat und auch gewundert, da Hr. Krüger ja nun schon 16 Bücher geschrieben hat, dass er ziemlich oft mit der Floskel kam:"Und das erzähl ich im Folgenden", "Und das kam so", "Und das erzähl ich nun".
Allerdings war "das Folgende" so spannend, dass ich meinen Ärger schnell wieder vergessen habe.
Sehr gut fand ich auch die sachlichen Ergänzungen der beiden Journalisten.

Das Buch ist auch ein persönlicher Aufruf, sich dem neu erwachtem Pöbel und dem Fremdenhass entgegenzustellen. Demokratie ist nicht selbstverständlich.
"Geht zur Wahl, sobald Ihr dazu aufgerufen seid." Im Superwahljahr 2017 eine wichtige Botschaft.
"Weil es Euer Leben ist.
Euer Zukunft.
Unser Land."


Auch wenn es literarisch ein bisschen hinkt - von mir eine klare Empfehlung.
💖💖💖💖

Kommentare:

  1. Hallo! Interessanter Buchtipp! Danke dafür!, ich überlege gerade tatsächlich mir das noch für meinen bevorstehenden urlaub zu besorgen ^^^...wir fahren nämlich in ein wellnesshotel tirol ( http://www.jesacherhof.at ) und da werde ich bestimmt mal wieder zeit zum schmökern haben :))...und sowas lese ich tatsächlich ganz gerne :))...also danke nochmal für deinen Beitrag und einen schönen abend noch! Viele Grüße Marie

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    1. Hallo Marie,
      da wünsche ich Dir einen tollen Urlaub!
      Und viel Spaß, falls Du Dich für das Buch entscheidest.
      Liebe Grüße
      Lilly

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  2. Hallo Erdbeertörtchen

    Das Buch klingt interessant. Hardy Krüger hat bestimmt viel zu erzählen.Er hat schließlich einiges vom Krieg mitbekommen.

    Liebe Grüße,
    Gisela

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    1. Hallo Gisela,
      ja, das war wirklich spannend. Für mich neu auch die Sicht von jemandem, der erstmal als Nazi erzogen wurde.
      Später erzählt er auch von seiner Freundschaft mit Helmut Schmidt und seiner Anti-Freundschaft mit Adenauer.
      Liebe Grüße
      Lilly

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Lilly